- wbg Academic in der Verlag Herder GmbH
- 1. Auflage 2026
- Gebunden
- 388 Seiten
- ISBN: 978-3-534-64304-2
- DOI: https://doi.org/10.53186/9783534643059
- Bestellnummer: P3643046
Papst Franziskus’ inklusive Theologie im sozialen und interreligiösen Kontext
Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander; entwürdigende Armut steht extremem Reichtum gegenüber. Solche Dynamiken sozialer Ungleichheit spalten Gesellschaften, grenzen Menschen von Teilhabe aus und gefährden die Demokratie. Zugleich wird Exklusion aus der Öffentlichkeit verdrängt und unsichtbar gemacht. Papst Franziskus (1936–2025) bleibt, auch vor diesem Hintergrund, in Erinnerung als unermüdlicher Mahner für soziale Gerechtigkeit und als Anwalt der Ausgeschlossenen. In seiner Fassung der „Option für die Armen“ hat er buchstäblich eine religiöse Sensibilität für sozialen Ausschluss verkörpert.
Der vorliegende Sammelband, der auf eine interdisziplinäre Fachtagung an der Justus-Liebig-Universität Gießen aus dem Jahr 2025 zurückgeht, befragt religiöse Deutungs- und Wahrnehmungsmuster danach, inwiefern sie für soziale Exklusionen sensibilisieren. Die Beiträge erörtern Verbindungen von Religion und prosozialem Verhalten aus theologischen, religions- wie sozialwissenschaftlichen Perspektiven. Konkrete zivilgesellschaftliche Initiativen, die auf diskriminierende Exklusionen hinweisen und ihnen entgegenarbeiten, werden vorgestellt und reflektiert. In diesem Kontext leistet der Band auch eine Analyse des Pontifikats von Papst Franziskus, als dessen wesentliches Merkmal die theologische und ethische Kritik an Exklusion und der Einsatz für humane Inklusion gelten darf. Schließlich wird der Blick über das Christentum hinaus interreligiös geweitet: Mehrere Artikel, z. B. zum Feld sozialer Arbeit, untersuchen die Sensibilität der jüdischen, der islamischen, auch der buddhistischen religiösen Traditionen für sozialen Ausschluss.
So zeigt der Band eindrucksvoll und differenziert, wie Religion(en) und Sensibilität für soziale Exklusion zusammenhängen. Er bilanziert das Pontifikat von Papst Franziskus in dessen wesentlichen theologischen Zügen. Und er verdeutlicht, welche Beiträge Religionen für sozialen Zusammenhalt erbringen können – gerade in Zeiten zunehmender Polarisierung, Spaltung und sozialer Ungleichheit.


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